Silvester – ein Spass für jeden?

0
159
Bildquelle: https://pixabay.com/de

Noch immer werden alleine in Deutschland jedes Jahr Feuerwerkskörper im Wert von über 120 Millionen Euro am Himmel verpulvert. 120 Millionen Euro für eine vergiftete Luft und Umwelt – aber für gesunde Lebensmittel, Schulbildung, sowie Alten- und Krankenpflege ist kein Geld da…

Doch ist es wirklich „nur“ das, ein „paar“ Millionen am Himmel verpulvern? Was bedeutet das Feuerwerk für jene Menschen, welche in den indischen und chinesischen Fabriken die Raketen und Böller zusammensetzen müssen? Welche Auswirkungen hat das Feuerwerk auf unsere (wilde) Tierwelt und wie ergeht es der Umwelt und letzendlich uns, mit den giftigen Hinterlassenschaften?

Machen wir uns doch mal ein Bild von einer dieser Fabriken, in welcher der Stoff für unserer jährliches Vernebeln verarbeitet wird. Eigentlich kann keiner mehr sagen, er hätte es nicht gewusst, aber ähnlich wie bei unseren Billigklamotten verstauen wir das Übel einmal mehr in den hintersten Ecken unseres Gehirns. Doch hin und wieder entfacht in diesen Ecken ein kleines Lichtlein, wenn Geschichten über Explosionen in Fabriken und unwürdige Arbeitsverhältnisse für die Menschen, von Kinderarbeit ganz zu schweigen, in den Medien auftauchen. Die Arbeiter müssen ohne (große) Sicherheitsvorkehrungen die giftigen und ätzenden Substanzen zusammenmischen, welche sich in ihre Haut und Lunge fressen. Nicht selten hat das schwerwiegende gesundheitliche Folgen. Und nachdem das Feuerwerk mit einem lauten Getöse am Himmel verpufft ist, füllen diese Substanzen den Himmel und die Luft, welche wir mit einem tiefen „ahhh“ und „oooh“ inhalieren. Und nicht nur wir atmen diese Luft, auch die Pflanzen nehmen sie auf, unsere Böden und letzendlich auch die Tiere.

Während die Menschen also unter unwürdigen Bedingungen arbeiten müssen und ihre Gesundheit sowie gegebenenfalls ihr Leben für ein „paar Mark“ aufs Spiel setzen, erleben auch einige Tiere während der Silvester-Nacht wahrlich „die Hölle auf Erden“. Ja, wie muss es jenen Tieren gehen, welche mehrmals im Jahr durch Wald und Flur gehetzt werden und zusehen müssen wie manche ihrer Artgenossen ermordet werden? Wie ergeht es den Tieren, welche durch unsäglichen Lärm aus dem Winterschlaf gerissen werden, während Lichtblitze und Schwefelgeruch den Himmel füllen? Aufgeschreckte Vögel und Fledermäuse fliegen nicht selten in enorme Höhen, wo sie dann die Orientierung verlieren können und oft nicht mehr zu ihren Schlaf- und Futterplätzen zurück finden. Manches mal endet diese enorme Stresssituation sogar tödlich. Aber nicht nur die Wildtiere, sondern auch ein Teil unserer Haustiere leiden in dieser Nacht enorm unter dem Lärm.

Während die Wildtiere mit ihrer Angst allerdings alleine zurecht kommen müssen, sieht es bei unseren Haustieren etwas anders aus, denn diesen, jedenfalls jenen, die Angst haben, können wir helfen, diese Nacht wenigsten etwas erträglicher zu gestalten. Ein paar Tipps habe ich für euch parat:

Management:
> Katzen sollten möglichst im Haus behalten und ein ruhiger Rückzugsraum eingerichtet werden.
> Dreht mit euren Hunden die großen Runden vormittags und mittags, sucht euch Routen aus, welche weit ab „vom Schuss“ sind. Sichert euren Hund mit einer (Schlepp-)leine am Geschirr, sehr ängstliche Hunde sollten doppelt und noch besser, an einem Panikgeschirr geführt werden.
> Tiere in Panik könnten auf die Straße rennen und Unfälle verursachen oder orientierungslos herumirren, was je nach Wetter lebensbedrohlich werden kann.
> Schafft einen gemütlichen Rückzugsraum. Einige Tiere bevorzugen gekachelte Räume, wie das Bad oder Kellerräume. Merkt Ihr das, so richtet eurem Hund oder eurer Katze hier einen schönen Platz mit Decken, etwas Schmackhaftem zum knabbern oder einem netten (Futter-)Spielzeug ein. Manch ein anderer Hund (oder Katze) bevorzugt eine Box, das Sofa oder auch den sicheren Platz unter der Bettdecke. Lasst eurem Haustier die Möglichkeit offen, selber ein sicheres, gemütliches Versteck aufzusuchen, wo es sich wohlfühlt. Ignoriert dessen Angst nicht, sondern seid für eurer Tier da, ohne es zu bemitleiden. Schenkt ihm Ruhe und macht es euch gemütlich, vielleicht mit Kerzenschein, einer guten Flasche Wein und lauter Musik.
> Schließen Sie die Rollläden, das dämpft die Geräusche zusätzlich etwas und die Lichtblitze sind nicht sichtbar.
> Passt während der Knallerei auf, das eure Katze/euer Hund nicht aus dem Haus entwischen kann, behaltet Türen und Fenster verschlossen. Wenn Freunde eingeladen sind und diese um Mitternacht vor die Tür gehen, so passt auf, das euer Vierbeiner nicht mit hinaus huscht.

Ernährung:
> Über die Ernährung kann ebenfalls zum Wohlbefinden beigetragen werden, hierfür sollte die Ernährung schon einige Tage vor Silvester auf magnesiumreiche (z.B. Wal- und Haselnüsse, Spinat, Brokkoli, Feigen oder Bananen) und tryptophanreiche (z.B. Putenfleisch, brauner Reis, Amaranth, Tofu oder Cashew- oder Sonnenblumenkerne) Lebensmittel umgestellt werden. Ebenfalls können einige Kräuter wie Basilikum, Melisse, Baldrian, Hopfen oder Johanniskraut zur Stressreduktion und Entspannung des Hundes beitragen, diese können entweder getrocknet mit ins Futter gegeben oder als Tee (ggf. mit ein bisschen Honig) angeboten werden.
> Auch Bachblüten sind zu nennen, welche zum Beispiel in Form von Rescue-Tropfen gegeben werden können, am besten fängt man mit der Gabe schon am morgen oder einige Tage vorher an.

Mit diesen Worten wünsche ich euch allen einen friedlichen und fröhlichen Start in das Jahr 2018, lasst es euch gut gehen und habt einen schönen Abend!

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.