Nachhaltig Leben – Teil 1

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Tipps und Ideen für ein nachhaltigeres und umweltfreundlicheres Leben
In dieser dreiteiligen Reihe an Artikeln möchte ich einige Ideen und Anstöße für ein nachhaltigeres, natürlicheres und umweltfreundliches Leben mit euch teilen. Diese Listen können sicherlich noch um einiges ergänzt werden, wer noch Ideen hat, kann diese daher gerne in den Kommentaren mitteilen. Bitte achtet aber auf das jeweilige Thema des Artikels, damit es übersichtlich bleibt.

» Im ersten Teil geht es um grundsätzliche Ideen und Anstöße, sowie Nachhaltigkeit im Bad und bei der Hygiene.
» Der zweite Teil dreht sich um Nachhaltigkeit bei der Reinigung, in der Küche, beim Einkauf und bei der Ernährung.
» Und im dritten Teil gehe ich auf Haustiere, Textilien und Möbel ein.

Jeder einzelne von uns kann mit einem bewussten Konsumverhalten dazu beitragen diesen Planeten wieder zu einem lebenswerten Ort für uns alle zu machen, für die Natur, die Tiere und uns Menschen. Denn jede kleine Veränderung, nach und nach, bewirkt etwas und macht in seiner Summe das große Ganze aus.

„Unsere Probleme sind von Menschen gemacht, darum können sie auch von Menschen gelöst werden.“ John F. Kennedy

Schlüsselwörter für ein nachhaltiges Leben:
• bewusst konsumieren
• Ressourcen schonen / Energie sparen
• selber machen
• Recycling und Upcycling
• reparieren, statt wegschmeißen und neu kaufen
• second-hand, Flohmarkt
• fairer Handel
• tauschen (Ressourcen, sowie Leistungen)
• Minimalismus / minimalistisch Leben
• ausmisten (und verschenken / verkaufen / tauschen)
• selber anbauen (Lebensmittel-Anbau im Einklang mit der Natur)
• tierleidfrei (Verzicht auf tierische Erzeugnisse, Tierversuche und „Bespaßung durch Tiere“ (z.B. Zoo, Zirkus))
• natürliche, giftfreie Rohstoffe (welche wieder dem natürlichen Kreislauf zugeführt werden können und verrotten)
• low / zero waste
• Mehrweg statt Einweg
• plastikfrei/-arm leben (auch Mikroplastik und Plastikbeschichtungen beachten)
• auf synthetischen/künstliche Zusätze (u.a. in Lebensmitteln und Hygieneprodukten) und Mittel (z.B. Dünger und Pestizide) verzichten

Nachhaltigkeit im Alltag:
• bewusst konsumieren und einkaufen » Brauche ich das wirklich? Habe ich etwas ähnliches / das gleiche schon Mal? Wie oft werde ich es nutzen? Wie oft kann ich es nutzen? Kann ich es auch ausleihen? Wo wurde es produziert? Wurde es umweltschonend und fair produziert? Wer verdient daran? Was passiert damit, wenn ich es nicht mehr nutze/nutzen kann?
• „billig“ einkaufen (von Lebensmitteln, über Klamotten, bishin zu Möbeln) vermeiden / „Billigläden“ vermeiden
• keine (groß) Konzerne unterstützen
• hochwertige Produkte kosten in der Anschaffung meist zwar mehr Geld, sind aber auch umso langlebiger („Wer billig kauft, kauft zwei Mal.“)
• pfleglich mit den Dingen umgehen, so haben sie eine längere Lebensdauer
• unnötige Stromquellen im Haus abstellen, wenn diese grade nicht genutzt werden; (nicht gebrauchte) Elektrogeräte verkaufen/verschenken; manuell statt elektronisch (z.B. Rasierhobel statt Elekrorasierer; Schneebesen statt Handrührgerät; Holzzahnbürste statt Elektrozahnbürste,…)
• Bestehendes nicht wegwerfen (wenn es z.B. aus Plastik und noch brauchbar ist), um das Gleiche dann aus einem umweltfreundlichen Material nach zu kaufen » sondern aufbrauchen / verschenken / verkaufen / spenden; das gilt auch für alle anderen Dinge, die nicht mehr gebraucht werden
• „Fast-food“ und „Essen/Trinken to go“ gehen meist mit viel Verpackungsmüll einher, lieber ein bisschen Zeit mehr einplanen und gemütlich essen gehen oder sich zu Hause etwas vorbereiten und es mitnehmen (bzw. direkt zu Hause essen, um nicht hungrig aus dem Haus zu gehen). Wenn es doch mal sein muss: auf unnötigen zusätzlichen Müll wie Plastikdeckel und Strohhälme verzichten.
• zur Arbeit: Essen und Snacks mitnehmen
• beim nächsten Spaziergang (oder bei jedem Spaziergang) eine Tasche, bzw. Tüte (aus recycelten Materialien) mitnehmen und Müll sammeln
• öfter mal zu Fuß gehen oder das Fahrrad benutzen; wenn möglich öffentliche Verkehrsmittel benutzen oder Fahrgemeinschaften bilden
• den nächsten Urlaub (oder noch besser alle Urlaube) in einem Land verbringen, welches man ohne Flugzeug erreicht, auf Kreuzfahrten verzichten
• einen „Bitte keine Werbung / kostenlose Zeitungen“ Hinweis am Briefkasten anbringen, verhindert eine Menge Müll und schont die Wälder / Ressourcen; wer auf seine Werbung nicht verzichten möchte: aus dem Papier kann man ganz einfach Müllbeutel falten und es so sinnvoll weiterverwerten (so müssen Müllbeutel nicht separat angeschafft werden)
• anfallenden Müll richtig sortieren und recyceln

NACHHALTIGKEIT BEI DER PFLEGE, WELLNESS UND HYGIENE:

Mundhygiene:
• Zahnbürste: Holz-/Bambuszahnbürste (mit Wechselkopf) oder Miswak-Holz
• selbstgemachte Zahnpasta: z.B. aus Kokosöl, Natron, Kurkuma und ein paar Tropfen ätherisches Öl (wie Kamille, Minze oder Salbei)
• Zahnputz-Taps als feste Alternative zu Zahnpasta
• bei Bedarf: hin und wieder die Zähne mit Aktivkohle reinigen
• selbstgemachte Mundspülung: aus Wasser und einigen Tropfen ätherisches Öl (wie z.B. Minze, Salbei, Kamille, Teebaum)
• Zahnseide im Glas- oder Metallbehältnis
• Zungenschaber aus Metall
• Lippenpflege: in (wiederverwertbaren) Metalldöschen und Glastiegeln oder selbstgemacht (z.B. aus Bienenwachs, Mandelöl und Honig)

Hautreinigung:
• je nach Hauttyp und Badarf (trockene Haut, fettige Haut, Akne,…) sollte die Gesichtsreingung gewählt werden
• feste Seife: Seife mit Heilerde, schwarze Seife, Naturseifen; wer seiner Kreativität freien Lauf lassen möchte kann seine Seife auch selber sieden
• Seifenaufbewahrung: am besten außerhalb der Dusche, damit die Seife, nach dem Benutzen, richtig trocknen kann. Seifenschalen: Luffa-Schwamm (Kann zusätzlich als Reinigungsschwamm genutzt werden. Zudem kann er sogar im eigenen Garten angebaut und kompostiert werden.); Holz-, Stein- oder Keramikschale; Stoff- oder Sisalsäckchen/Waschlappen (mit Möglichkeit zum aufhängen; besonders geeignet, wenn nur noch ein kleines Stückchen übrig ist, dann kann man sich direkt mit dem Lappen einseifen); Magnet zur Befestigung an der Wand
• Waschlappen und Reinigungspads: aus Baumwolle oder selber genäht z.B. aus alten Shirts; Konjac-Schwamm, Naturschwamm, Luffa-Schwamm
• Lavaerde oder Heilerde (z.B. mit Öl angerührt als Maske)
• Roggenmehl mit etwas Wasser zu einem (klumpfreien) Brei angerührt (kann auch für die Haare verwendet werden)
• Kräuter- und Pflanzenauszüge (z.B. aus Schafgabe oder Rose)
• verdünnter naturtrüber Apfelessig (etwa 1 EL auf 500 ml Wasser)
• Zitronensaft mit Wasser verdünnt
• für Peelings können Kaffeesatz oder feinem Salz mit Wasser (und Öl) vermischt, genutzt werden
• „Badebomben“/“Badekugeln“: Können aus Zitronensäure, Natron, Stärke, Öl, ätherischen Ölen und optional: getrockneten Blüten/Kräutern/Gewürzen ganz einfach selber hergestellt werden; verschiedene Anleitungen mit Mengenangabe finden sich im Internet
• Dusch- und Badeverhalten beobachten: unnötig langes Duschen verkürzen; übermäßiges Duschen oder Baden (und einseifen) vermeiden

Haare:
• Roggenmehlshampoo: Roggenmehl mit Wasser zu einem Brei anrühren, in die Haare einmassieren, etwas einwirken lassen und gut ausspülen. Danach ist eine „saure Rinse“ mit verdünntem Apfelessig (naturtrüb) oder verdünntem Zitronensaft sinnvoll, um den pH-Wert wieder auszugleichen. Die Rinse kann im Haar gelassen werden oder man spült sie mit kaltem Wasser wieder aus (der Essiggeruch verfliegt, sobald das Haar getrocknet ist). Die saure Rinse stellt eine Alternative zu herkömmlichen „Spülungen“ dar.
• Haarseife, festes Shampoo oder Lavaerde
• Spülung: „saure Rinse“ mit verdünntem Apfelessig (naturtrüb) oder verdünntem Zitronensaft; Bier; feste Spülung
• Weitere Varianten sind das Waschen der Haare nur mit Wasser oder der Verzicht aufs Haare waschen. Besonders bei der zweiten Variante widmet man sich dem intensiven Bürsten der Haare, damit sich der Talg vom Haaransatz im ganzen Haar verteilt und sie somit auf natürliche Weise pflegt und schützt.
• Bürsten aus Holz/Bambus und pflanzlichen Fasern (wie Sisal); Kämme aus Holz oder Metall
• Auch beim Haarewaschen die Gewohnheiten beobachten, werden die Haare unnötig oft gewaschen?

Hautpflege:
• viele Öle und Fette wie Mandel-, Haselnuss- und Kokosnussöl, Hanfsamenöl, Granatapfelkernöl, Nachtkerzenöl, Arganöl, Olivenöl, Sonnenblumenöl, Distelöl, Arganöl, Traubenkernöl, sowie Shea- und Kakaobutter eignen sich gut für die Hautpflege. Öle sollten in die feuchte Haut einmassiert werden. Vor der Nutzung sollte man sich informieren, welches Öl am besten zum eignen Hauttyp passt und es erstmal an einer kleinen Stelle ausprobieren.
• Hautcremes selber machen ist gar nicht schwer, im Internet gibt es dazu viele Rezepte und Anleitungen – so kann man sie ganz an die Bedürfnisse seiner Haut anpassen.
• Bürsten aus Holz zum Trockenbürsten (regt die Durchblutung und Entgiftung an) oder als Massage

Fuß-, Hand- und Nagelpflege:
• Bims-Stein aus Lavastein
• feste Handcreme (ggf. selbst gemacht)
• div. Öle und Fette (siehe Hautpflege)
• Glasnagelpfeile; Metallpfeile (mit Holzgriff)
• Nagelbürsten aus Holz und Naturborsten

Rasieren:
• Rasierhobel
• Rasiermesser
• Rasierseife / Rasieröl

Deo:
• selber machen: Gemisch aus Kokosöl, Natron und ein paar Tropfen ätherisches Öl anrühren oder
• einfach etwas Natron nehmen, es anfeuchten und dann die Achseln einreiben
• festes Deo: in Papierverpackung / Metalldöschen
• Kristallstick z.B. in Korkverpackung
• ggf. auf Deo verzichten

Ohren:
• Wattestäbchen aus Papier
• Ohrreiniger mit Metallschlinge
• Ohrenkerze

Monatshygiene:
• Menstruationstasse
• waschbare Binden
• Schämmchen
• freie Menstruation

Toilette:
• Klopapier: ungebleichtes Recycling-Klopapier (die Tüte kann als Mülltüte weiterverwendet werden), mittlerweile gibt es auch Klopapier in Papierverpackung zu kaufen oder wer es noch nachhaltiger möchte kann waschbare Tücher/Lappen oder eine Po-Dusche verwenden
• Klobürste aus Holz mit Wechselkopf
• übrigens: durchschnittlich verbraucht jeder Deutsche täglich 35 Liter Trinkwasser(!) nur durch Betätigung der Toilettenspülung; für wen die Möglichkeit besteht wäre eine Komposttoilette eine umweltfreundliche und nützliche Alternative

Make up / Kosmetik:
• in wiederverwendbaren Aludöschen; Glastiegeln und Fläschchen; einiges gibt es mittlerweile auch in (recycelten) Pappverpackungen und in Holz-/Bambusdöschen
• selbst gemacht (für passende Rezepte bitte das Internet durchstöbern)
• wiederverwendbare Reinigungspads z.B. selbst genäht aus alten Shirts
• Make up mit einem hautfreundlichen (und zur Haut passenden) Öl entfernen (siehe oben unter „Hautpflege“)
• bei (sehr) hohem Make-up Verbrauch: sich überlegen diesen gegebenenfalls zu reduzieren

Weiteres:
• Stoffwindeln (mit Einlage)
• Wärmflasche: (Kirsch-)kernkissen
• Massagestab oder Massageroller aus Holz; Massagebürste aus Holz mit Holznoppen
• Kulturbeutel z.B. aus waschbarem Papier, Hanf, Leinen, Baumwolle
• Badtextilien z.B. aus Baumwolle, Leinen, Hanf
• Stofftaschentücher oder Kartonspender (aus Recyclingmaterial)
• Nasendusche/spülkännchen: aus Glas oder Keramik

So, das war es nun zum ersten Teil meiner dreiteiligen Reihe zum Thema “nachhaltig leben”… Seid gespannt auf Teil 2!

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