Die Toleranz-Falle

Wie unser Mitgefühl pervertiert wurde

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Die Toleranz-Falle - Michael Kriegs - Wie unser Mitgefühl pervertiert wurde

„Toleranz“ stammt vom lateinischen Wort „tolerare“ ab  und bedeutet so viel wie (er)dulden, ertragen.

Ohne Geduld, ohne die Fähigkeit etwas zu ertragen wären wir vermutlich nicht lebensfähig. Schmerzen beispielsweise müssen wir zu einem gewissen Grad ertragen können. Könnten wir dies nicht, so müssten wir bereits als Kinder beim kleinsten Stoß an den Kopf ohnmächtig werden. Wären wir nicht in der Lage die Spannungen innerhalb eines Konfliktes auszuhalten – zu tolerieren – so würden wir sie wohl nie in der Lage sein einen Konflikt zu lösen. Die Fähigkeit zur Toleranz ist also notwendig, damit wir als Individuum und die Gesellschaft an sich funktionieren können.

Dass man aber nicht alles und nicht in unbegrenztem Maße ertragen kann ist klar. Und dass natürlich das Maß der Toleranz bei jedem Menschen unterschiedlich ist, ist ebenfalls einleuchtend.

Der Mainstream hat über viele Jahrzehnte die Menschen glauben gemacht, dass es in unserer Gesellschaft einen erheblichen Mangel an Toleranz gäbe. Dazu hat man sich des Leides anderer Menschen bedient und es für die eigenen Zwecke missbraucht. Ja, man an unser Mitgefühl appelliert und uns gezeigt, wie rücksichtslos unsere westliche Welt z.B. mit armen hungernden Menschen in der 3. Welt umgeht, wie schlimm unsere Einwirkung auf die Umwelt ist, wie brutal Ausländer und vor allem deren Kinder in unserer Gesellschaft ausgegrenzt werden. Und das stimmt sogar – bis zu einem gewissen Grad.

Das Mitgefühl, eine unserer menschlichsten Eigenschaften, ist sehr sensibel. Und natürlich möchte kein gesunder Mensch, dass einem anderen Menschen ein Leid geschieht. Denn mitfühlende Menschen fühlen nun einmal mit. Die Überladung des Geistes mit Leid und Elend, egal ob im eigenen Land oder woanders, führt dazu, dass das Maß an Erträglichem bald erreicht ist. Man kann eben nur soundso viel auf einmal verkraften. WIR allerdings werden regelrecht zu gebombt mit Schreckensnachrichten und langezogenen Leidensgeschichten von Menschen am Rande der Gesellschaft. Nicht, dass das Wissen darum nicht auch wichtig und richtig wäre, aber wir haben in unserem eigenen Leben ebenfalls genug zu ertragen – jetzt kommt also noch die geballte Ladung an Unheil über die Medien und Schulen auf uns zu. Der in uns entstehende Schmerz ist ab irgendeinem Punkt dann kaum noch auszuhalten.

Aber beim Schmerz allein hat man es nicht belassen. Ebenfalls durch die Medien und bekannter weise auch in Schulen hat man besonders die jungen Menschen heftigsten Erlebnissen ausgesetzt, welche sie möglicherweise noch gar nicht imstande sind zu verarbeiten. In einem Schock über die in der Realität sucht der (junge) Mensch nach einem Ausweg aus dem Leid. Aber anstatt das Vertrauen zu stärken, an das Gute im Leben zu erinnern, die Möglichkeit zu geben Kraft aus eigenen Taten zu schöpfen macht man folgendes: Man gibt diesen Menschen auch noch die Schuld an allem. Man redet ihnen ein, dass sie selbst mit ihrem Verhalten schuld daran seien, dass die Umwelt zerstört wird. Man redet ihnen ein, dass ihre engsten geliebten Verwandten,  Großeltern, Uromas, Uropas schuld daran gewesen sind, dass Juden elendig millionenfach vergast wurden. Was für ein Schock für eine Seele.

Der einzige Rückhalt den der Mensch noch hat, nämlich die eigene schützende Familie, wird plötzlich zur Bedrohung. Das Vertrauen in den eigenen Halt untergraben. So etwas nennt man übrigens TRAUMA!!! Den unerträglichen Schmerz immer noch fühlend findet sich der Mensch – und es betrifft auch uns Erwachsene – einer großen Hilflosigkeit gegenüber. Und in dieser Hilflosigkeit nimmt er gerne alles an, was diesen Schmerz lindert. Die angebotene Lösung ist, dass wir einfach liberaler werden müssen. Toleranz muss geübt werden, denn ein Mangel an Toleranz war und ist der Ursprung allen Übels.

Also wird sich innerhalb weniger Stunden Geschichtsunterricht eine „tolerante“ Sichtweise angeeignet, die einzig und allein dazu bestimmt ist, dem Schmerz des Gesehenen auszuweichen, weil er nicht zu verarbeiten ist und weil innerhalb der Familie ein seelischer Rückhalt oft nicht möglich erscheint. Plötzlich zieht man sich bunte Kleider an, näht sich Antifa-Sprüche auf die Jacke und geht bereitwillig zu Demonstrationen gegen Rechts – quasi gegen Nicht-Toleranz. Nicht selten werden dann selbst die eigenen Eltern abgeschoben und gehasst. Allerdings wird dabei nur der Schmerz verschoben, eingekapselt und nach außen projiziert. Schuld sind all die Intoleranten da draußen und diese gilt es mit aller Gewalt umzudrehen oder zu bekämpfen. Ab diesem Zeitpunkt wird jedes vermeintliche Leid in der Welt auf dieselbe Weise behandelt und politische Korrektheit kann als Allheilmittel in jeden Bereich des Lebens einziehen.

Man hat die Menschen schwer traumatisiert und sie mit ihrem Schmerz allein gelassen. Und dieser Schmerz war und ist kaum zu ertragen oder zu erdulden. Und deswegen reagieren „liberale“, „linke“ und sich selbst als „tolerant“  bezeichnende Menschen auch so heftig, wenn ihre „Werte“ gereizt werden. Denn in dem Moment wird der Schmerz für sie spürbar! Tja, eigentlich  ein Mangel an Toleranz (für den Schmerz)! Aber – ganz im Ursprung – eigentlich ein gesunder Mangel, solange auch ein Mangel an Stärke vorhanden ist. Wie Intolerant die „politisch Korrekten“ sein können, sieht man daran wie gewalttätig und anschuldigend sie teilweise werden, wenn es um ihre „Werte“ geht. Dabei geht es ihnen im Grunde nur um die Vermeidung ihres Schmerzes über das Leid in der Welt. Manche Dinge lassen sich jedoch nicht vermeiden, wenn sie bereits Realität geworden sind. Und nicht alles kann man mit einem Fingerschnips ändern. Das ist schmerzhaft!

Mangelnde Toleranz wurde uns als das Übel dieser Welt eingetrichtert. Denn mangelnde Toleranz – so wurde uns vermittelt – ist gleich mangelndes Mitgefühl. Und mit dieser Gleichschaltung unseres Geistes kann man nun jede noch so abartige Maßnahme oder Gesetzesänderung  im Namen des Dogmas der Toleranz rechtfertigen und durchsetzen. Denn es werden sich immer Einzelfälle (oder Minderheiten!!!) finden, bei welchen diese oder jene Maßnahmen Leid verringern. Dass dadurch jedoch im Großen noch viel heftigere Probleme entstehen, wird gezielt ausgelassen. So funktioniert die Manipulation.

 

Mangel an Toleranz = Mangel an Mitgefühl ???

So könnte man es verstehen, so ist es jedoch nicht!!! Es sind zwei verschiedene Dinge. Jemand der kein Mitgefühl hat, hätte von vornherein gar kein Problem mit all dem Leiden in der Welt und ihn würde es auch wenig kümmern wenn ein Kind vor seinen Augen (oder unter seinen Händen) auf offener Straße vergewaltigt würde. So jemand hätte allerdings auch kein persönliches Problem damit, wenn man ihn als unmenschlich oder gefühlskalt bezeichnen würde. Lediglich, wenn es um persönliche Vorteile ginge, würde er auf „mitfühlend“ machen, so wie es gewisse Politiker tun!!

Aber ganz ehrlich… Bist Du solch ein Mensch? Bist Du so gefühlskalt? Wenn Du irgendwie meinst, dass Du evtl. nicht tolerant genug wärst, hast Du Dir diese Frage sicher schon einmal gestellt. Aber dass Du Dir diese Frage überhaupt stellst beweist, dass Du eben NICHT gefühlskalt und ohne Mitgefühl bist! Deshalb höre an dieser Stelle auf Dir Vorwürfe zu machen! Du hast schon genügend Unsinn zu tolerieren.

Neben dem inzwischen hochgradig pervertieren Ideal der „Toleranz“ haben wir Menschen noch viele andere gute Eigenschaften, wie eben Mitgefühl, Hingabe, Liebe, Vertrauen, Integrität, Vernunft, Kreativität, Glauben, Zuversicht, Willen, Stärke…
All diese wundervollen menschlichen Eigenschaften sollen sich aber nach neuem liberalen Verständnis der Toleranz vollkommen unterordnen. So stark ist dieses Thema bereits geworden. Alle positiven Eigenschaften des Menschen sollen sich der Toleranz unterordnen – bis man alles toleriert: Kinderehen, Ausbeutung, Raub, Kriege, Zerstörung, hohe Steuern, Vergewaltigungen, grenzenlose Einwanderung, Folter, Enteignung, Medien-Verblödung, Elend usw…

Solange man uns eine leidende Minderheit vorführt, welche von all dem Übel irgendwie profitiert müssen wir all dies erdulden, ertragen – eben tolerieren.

Wer meint, dass dies alles nicht zu tolerieren ist, der hat noch genügend gesunden Menschenverstand. Mangel an Toleranz ist in so manchem Fall ein guter Schutz gegen Unvernunft. Und deshalb sollte man des Öfteren ruhig in sich hineinfühlen und überprüfen, ob man etwas wirklich noch tolerieren möchte – oder etwas ändern.

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