Das Wichtigste rund um den “Open Dialog” – ein Ansatz zur Behandlung von Psychosen mit einer Heilungsquote von 85 %

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Was genau ist der „Open Dialog“ Ansatz aus Finnland?

 

“Open Dialog” ist eine Gesprächsstrategie zur Behandlung von Psychosen aus Finnland.

In der Region, in der in Finnland “Open Dialog” schon länger praktiziert wird, ist Schizophrenie kaum mehr verbreitet.

Der “Offene Dialog” hat eine Heilungsquote bei Psychosen von 85 %.

Die “Open Dialogue Therapeuten” sind hierbei eher wie Gesprächspartner, als Therapeuten.

Dazu kommt diese Therapieform nahezu ohne Medikamente aus, denn nur in Sonderfällen werden Medikamente gegeben, wenn der Leidensdruck beispielsweise beim Betroffenen zu groß wird.

Die Lösung im Gespräch erarbeitet der Patient selbst.

Hier die Gesprächsstrategie des “Offenen Dialoges”:
Dem Betroffenen wird Raum gegeben so lange und so viel er will zu reden und er wird niemals unterbrochen:
  •  wenn Betroffener nichts mehr sagt, wird 10 Sekunden gewartet, ob er weiterspricht
  •  falls nicht, wird Kernsatz des Erzählten wiedergegeben (z.B. “Da ist eine Abneigung gegen die Mutter vorhanden..”)
  • dann erzählt Betroffener weiter und das Muster wiederholt sich
  • an einem gewissen Punkt reflektieren Therapeuten untereinander in Anwesenheit des Betroffenen über ihn
  • immer wertschätzend und vom eigenen Standpunkt ausgehend (z.B. “Ich hatte auch ein schwieriges Verhältnis mit meiner Mutter”)
Warum setzt sich dieser Ansatz nicht in Deutschland durch?
Die Pharmaindustrie ist hier leider übermächtig (für Medikamente wird sehr viel Geld ausgegeben, aber beim Personal streikt das System) und Schuld hat auch das Festhaften an veralteten Methoden von Psychiatern und Pflegern.

Doch: Finnland hat eine viel höhere Heilungsquote als hier in Deutschland, denn hier trifft man ständig die selben Leute in Kliniken, Heilung erfolgt bei den wenigsten Patienten..
Die Vorteile Open Dialogue:
  • Die Heilungschance von 85 %..
  • Beim “Offenen Dialog” geschieht keine Unterbrechung, sondern eine Unterstützung des heilenden Prozesses der Psychose!
  • Die Psychose wird als das erkannt, was sie sein kann: eine Heilungschance
  • Zudem kommt der “Offene Dialog” nahezu ohne Medikamente aus: Somit herrschen keine Nebenwirkungen und Schädigung für Geist, Seele und Körper und ohne abhängig machende Medikamente existiert auch nicht die Gefahr der Absatzpsychose für den Patient
  • meist wird auch zuhause behandelt, in Ausnahmefällen in einer Krisenwohnung: das “feindliche Umfeld” der Klinik wird vermieden
  • Psychose wird letztlich als Chance gesehen das Ego zu heilen und möglicherweise kann ein “Bewusstseinsanstieg” verwirklicht werden
Die Gegenargumente von Psychiatern:
Ein häufiges Gegenargument:

Der „Open Dialogue“ sei hauptsächlich erfolgreich bei Erstpsychosen und würde bei den Patienten, die schon öfter Psychosen hatten nicht so zielführend sein und deshalb könne man keine Behandlung mit dieser neuen Therapieform anfangen..

Aber soll man dann nie mit der viel zielführenderen Behandlung des „Open Dialogues“ anfangen???
(immerhin entspricht die Heilungsquote 85 % ??) und irgendwann muss mit der Umstrukturierung der gängigen Psychiatrie begonnen werden, da diese schlechte Heilungsquoten aufweist!
Ein weiteres Gegenargument:

Der „Open Dialogue“ sei hauptsächlich erfolgreich bei der schizoaffektiven Störung..

Es gibt auch viele Fälle von paranoider Schizophrenie, die auf „Open Dialogue“ ansprechen
und zumindest für diese Patientengruppe wäre dann eine Behandlung ohne Medikamente möglich (und somit keine Störung und Zerstörung der Verbindung von Geist und Gehirn durch Neuroleptika & kein Abhängigkeitssyndrom von diesen).
Doch auch bei Medikamenten gilt das buddhistische Sprichwort: „ob gut oder schlecht, wer weiß es“ und so kann man auch aus den vorhandenen Neuroleptika durchaus Gewinn ziehen:
Das Zauberwort heißt: Psychiatrische Medikamente nicht als Standartbehandlung, sondern als Notfallbedarf.
Meine Utopie ist folgende: Der „Open Dialogue“ in Kombination mit sparsamer Gabe von Neuroleptika.

Der “Open Dialogue” hierbei als Mittel erster Wahl und nur in Sonderfällen (wie beispielsweise ein sehr, sehr stark paranoider Patient mit paranoiden Gedanken gegen den “Open Dialogue Therapeuten”) und Extremsituationen Gabe von Neuroleptika und diese nur als Bedarf!!

Denn: eine längere Verordnung von Neuroleptika sollte immer vermieden werden!

Ich spreche mich also dafür aus, Neuroleptika gezielt einzusetzen und niemals als Mittel erster Wahl zu verwenden, außer es ist der ausdrückliche Wunsch des Patienten!
Aber ich vermute: Dank „Open Dialogue“ werden Neuroleptika nur noch selten genutzt werden in der Zukunft (und das ist meine Utopie).

Denn: bei längerer Gabe von Neuroleptika entsteht fast zwangsläufig die Gefahr der Abhängigkeit und damit entsteht die Gefahr der Absatzpsychose.

Und ein großer Teil der bekannten Fälle von Psychosen sind Absatzpsychosen.

Fakt ist: bei einer erfolgreichen Therapie mit dem “Offenen Dialogue” hat der Betroffene keine Schädigung durch eben die schweren Nebenwirkungen der Neuroleptika (diese sind zahlreich, vielfältig und stehen in keinem vernünftigen Kosten/ Nutzen Verhältnis (außer für die Pharmalobby und Industrie… )).

Zudem es neben dem “Open Dialogue“ und auch pflanzliche Alternativen wie CBD/ Passionsblume/ Baldrian etc. zu Neuroleptika gibt…(es gibt Fälle, in denen CBD gewinnbringender ist, als die Gabe von Neuroleptika!).

Der “Offene Dialog” – ich sehe in ihm die Zukunft bei der Behandlung von Psychosen..
Auf meiner Homepage gibt es weiterführende Informationen zum “Offenen Dialog” (ca. auf der Mitte der Seite)..

Artikel von Vera Maria

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