2Pac in die Hall of Fame aufgenommen

Zwei Jahrzehnte nach seinem Tod hat Tupac Shakur weiterhin einen bedeutenden Einfluss. Dieses Jahr wurde der Rapper in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen und markiert damit einen wichtigen Meilenstein in Musik, Rock und Hip-Hop-Geschichte.

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Snoop Dogg hat die Westküsten-Legende Tupac Shakur am Freitag, den 07. April 2017 in die Rock’n Roll-Hall of Fame – bei der Zeremonie in Brooklyns Barclays Center aufgenommen. Snoop bezeichnete Pac als “größten Rapper aller Zeiten”.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=w7zFe71ZW6Y

 

Snoop Dogg:

“Ich kann nicht glauben, dass es schon 21 Jahre her ist, seit wir tatsächlich Tupac hören konnten, nicht den einen Clip auf YouTube, nicht das Hologramm, Tupac Amaru Shakur der Mensch. Vor einundzwanzig Jahren wurde Tupac Shakur von uns allen genommen. Er war auch erst fünfundzwanzig Jahre alt. Trauen Sie mich zu sagen, dass er zu früh gegangen war.”

Am 07.09.1996 wurde 2Pac zum zweiten Mal in seinem Leben angeschossen. Allerdings würde er dieses Mal die Schusswunden nicht überleben.

7 Tage später stirbt er im Alter von nur 25 Jahren im Krankenhaus in Las Vegas. An einem Freitag, den 13.
Die Medien überschlagen sich. Tausende Fans weltweit trauern um den in soviele Kontroverse verwickelten Künstler.

Was ist Wahrheit und was Fiktion?

Unzählige Legenden ranken sich heute um den unsterblichen Mythos einer Ikone. Weltweit hängen über Jahre hinweg Poster von 2Pac in den Wohnzimmern. Menschen aller Couleur lassen sich gar Bilder oder Zitate von ihm tätowieren. Über all die Zeit hinweg werden Bücher veröffentlicht, Filme produziert, Homepages kreiert und immer wieder Alben herausgebracht. Seine Produktivität war groß genug, dass er immerhin bis über zehn Jahre nach seinem Tod neue Platten veröffentlichen konnte. Im Guinness Buch der Rekorde wird er mit weltweit über 165 Millionen verkaufter CD’s als erfolgreichster Rapper aller Zeit gelistet. Außerdem steht er in der Liste der am “besten bezahlten Toten” ganz oben.
Er wusste genau, was er tat. Und er sprach darüber in seinen Texten. Jeder, der es versäumte, ihm Aufmerksamkeit zu schenken, verpasste etwas. Was es war, lässt sich nicht ganz einfach in Worte verpacken. Es ist zu fühlen. Dieses Gefühl beispielsweise, wenn in uns wieder ein Sinn nach Gerechtigkeit entsteht. Wenn wir uns darüber klar werden, was es heißt, in einer Gesellschaft Verantwortung übernehmen zu müssen und für das einzustehen, was wir alle von unseren Nächsten einfordern – die Freiheit und das Recht auf ein würdevolles Leben.

Mit 18 Jahren wollte ich ein Buch über 2Pac schreiben

Mit 18 Jahren wollte ich ein Buch über 2Pac schreiben und bin heute knapp 10 Jahre später überrascht, dass es bisher kein deutscher Verleger geschafft hat, einen Auftrag in Druck zu geben. Wenigstens eine Übersetzung, der über 30 englischsprachigen Biografien, würde den vielen heute auf Deutschlands Straßen verkehrenden “Thugs” und “Gangstern” womöglich gut tun und einleuchtende Gedanken in die fehlgeleiteten aggressiven Potentiale unserer Straßenkids leiten, dass ich mir desöfteren denke, nun liegt es mal wieder an mir.
Damals wie heute ist meine Inspiration zu schreiben dieselbe, die auch 2Pac ergriff: Armut, Ungerechtigkeit, Ausbeutung. Ungebildete Menschen lassen sich leichter kontrollieren. Aber die menschlichen Bedürfnisse sind immer die Gleichen. Und die Probleme, vor denen wir doch zu einfach die Augen verschließen, waren zu 2Pacs Zeiten dieselben wie heute.

Ich möchte daher, in Erinnerung an 2Pacs Leidenszeit vor 21 Jahren, mich den Potentialen und Problemen unserer heutigen wie damaligen Jugendkultur widmen und diesen Artikel mit Erläuterungen und Anekdoten zu 2Pac ins Netz stellen.

>>Mögen meine Gedanken euch erreichen und Tupacs Geist Tribut zollen<<

PEACE! ~ Euler, Jan ~

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Schon oft wurde ich gefragt, “…und wieso hast du noch kein Buch über 2 Pac geschrieben?” ✍ Und jedes Mal muss ich gestehen, “es gab für mich noch soviel anderes zu sehen.” Und außerdem konnte ich bis dato sowieso noch nicht alles verstehen.
Heute, knapp zehn Jahre nach dem Abitur, seh ich klarer:
Das Studium, die Ausbildung und die Arbeit haben mir geholfen, die Dinge besser einordnen zu können. Die Kontexte verschwinden nicht mehr im Nebel. Alles erscheint plötzlich in hellem Lichte, wie wenn es einem schlagartig, wie Schuppen, von den Augen fällt.
Und so kann ich jetzt auch 2PAcs Geschichte besser greifen und erzählen. Denn sie ist beiweitem keine einfache. Sie muss als Ganzes betrachtet werden. Eingegliedert in eine Umwelt, in der es nicht selbstverständlich war, sagen zu dürfen, was man denkt. Vor allem nicht als Schwarzer. Von schwarzen Frauen ganz zu schweigen.

Eine Umwelt, in der Minderheiten rigoros unterdrückt

Eine Umwelt, in der Minderheiten rigoros unterdrückt und in der die unbequemen Wahrheiten unter den Tisch gekehrt wurden. Eine Umwelt in der nachweislich geheime Gremien existierten, um Bevölkerungsteile zu diskreditieren.
In solch einem System wächst 2Pac auf, allerdings umgeben von Visionen und Idealen, die ihm vor allem seine Mutter einimpft. Es sind Ideen von einer besseren, gerechteren Welt. Ein aufklärerischer, revolutionärer Geist umgibt ihn. Seine Mutter ist gebildet und wortgewandt, spricht an Universitäten und Schulen. Sie entlässt ihren Sohn immer wieder auch in die Obhut von Freunden und Bekannten, die zwar ähnliche Ideale hegen, aber auch nicht selten Kontakte zu einem zwielichtigen Milieu haben.
Die Partei der Schwarzen Panther wird früh zum ständigen Begleiter in 2Pacs Leben. Im Amerika der Siebziger Jahre wächst unter vielen Schwarzen zum wiederholten Male die Wut. Sie waren live dabei, wie Bürgerrechtsbewegungen mit tragischen Morden – wie bei Martin Luther King oder Malcom X endeten. Sie beginnen aufs neue zu verstehen, dass Menschen, die für sie öffentlich einstehen und ein toleranteres, freieres Amerika, ohne Rassenhass, Diskriminierung oder Unterdrückung einfordern, mundtot oder gar “ganztot” gemacht werden.
Für 2Pac wird schnell klar: Er soll der schwarze Prinz der Revolution werden. Bereits mit 13 Jahren wird er Anführer der Jugendbewegung von den Panthern, ist überaus artikuliert und eloquent, was seinem frühen und hohem Bücherkonsum zu schulden ist. Er kann bereits zu diesem Zeitpunkt im Mittelpunkt ganzer Klassen stehen und seine Mitschüler mit künstlerischem und schauspielerischen Können begeistern.
Erst nach und nach begreift er, dass seine gute Schulbildung (er besucht bis zu seinem 17. Lebensjahr in Baltimore die Schule für Bildende Künste) und sein ständiger Wissensdurst, alles andere als selbstverständlich sind für seine Peer-Group. Er fühlt sich umgeben von Weißen, eher Priviligierten und Wohlhabenden, als Außenseiter und sucht nach männlichen Führungspersönlichkeiten. Denn sein leiblicher Vater ist kaum bis gar nicht im Bilde. Er findet sie in den Bossen und Dealern auf den Straßen. Dies ist auch die Zeit, in der seine Mutter einen gesundheitlichen Absturz erlebt, drogensüchtig wird und erneut umziehen muss. Der komplizierten finanziellen Situation geschuldet, sieht sich 2Pac immer wieder mit Armut konfrontiert. Erst jetzt beginnt er zu verstehen, dass wenn Schwarze etwas gemeinsam haben, dann ist es die Armut.

“Wir leben im Ghetto! Wir leben in der Hölle! Für uns ist das hier ein Kriegsgebiet.”

In der Tat sind es keine leichten Zeiten. Ohne Licht, keine Heizung und mit der ständigen Bedrohung, umgeben von Verbrechern. Hunger, Tod und Mordschlag sind keine Umgebung für eine menschenwürdige Entwicklung.

…Wie es 2Pac dennoch schaffte, zum einflussreichsten Rapper aller Zeiten zu werden, darüber sprechen wir im nächsten Absatz. Peace

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Bereits als 2PAcs Embryo kultiviert wurde, befand er sich im Gefängnis. Seine Mutter saß, als sie schwanger mit ihm war, im Knast. Sie sah sich mit “konspirativer Mittäterschaft an angeblicher Pläne von Bombenattentaten auf Gebäude in Manhatten” konfrontiert, konnte sich allerdings selbstständig vor Gericht ohne Anwälte so gut verteidigen, dass ihr die lebenslängliche Haft erspart blieb. Einige Monate vor 2Pacs Geburt wurde sie entlassen und der kleine Tupac Amaru Shakur erblickte am 16. Juni 1971 in New York das Licht der Welt.
Benannt nach dem berühmt-berüchtigten Inkachief, der sich als letzter Häuptling der spanischen Besatzung entgegenstellte.
Der Name heißt soviel wie “leuchtende / scheinende Schlange” und Shakur der Nachname ist arabisch und bedeutet “dankbar zu Gott”.
Auch wenn Tupac vorwiegend mit dem Christentum in Verbindung gebracht wird, vor allem wegen seiner häufigen Posen mit einem Kreuz am Hals und wegen seinem großen Kreuz-Tattoo auf dem Rücken, informiert und interessiert er sich für sämtliche andere Religionen. Nicht selten kritisiert er die Kirche harsch für ihre nicht mehr zeitgemäße Herangehensweise und sucht nach einer “aktualisierten” Bibelfassung.
Tupacs Streben und Suchen wird für seine Weggefährten, wie für seine Fans und aufmerksamen Zuhörer, zu einer spannenden Reise quer durch Philosophien und Weisheitstraditionen der Menschheitsgeschichte. Sein schier unerschöpfliches Interesse spiegelt sich anhand seiner Literaturliste wider. Sie reicht von Dante, Shakespeare und Hugo, über Alex Hailey, Maya Angelou und Angela Davis, zu Orwell, Machiavelli und Sun Tzu. Er las über die alten ägyptischen Einweihungen und das tibetanische Totenbuch, über Freimaurer, die Kabbalah und den Zen-Buddhismus, über Okkultismus, Theosophie, Esoterik und mystische Traditionen.

Ihn faszinierte der Gedanke des Karma und er sprach häufig über sein Ziel, den ewigen Kreislauf der Wiedergeburten zu verlassen.

Er stieß auf Texte von Teilhard de Chardin, einem französischen Theologen und Naturwissenschaftler, der vor allem durch seine spirituelle Evolutionstheorie und seine Synthese von Religion und Wissenschaft bekannt wurde. Tupac studierte all diese Lehren und Texte, um die Welt in ihrer Komplexität erfassen zu können, auch unter Miteinbeziehung kosmologischer, physiologischer und ontologischer Blickwinkel. Traumdeutung, Psychologie, Hellseherei, Telepathie – die Liste lässt unendlich weiterführen… Erst wer sich dieses Spektrum an Gedankengut vergegenwärtigt und bewusst macht kann die inhaltliche Tiefgründigkeit und Tragweite seiner Werke nachempfinden.
Die Medien allerdings porträtieren ihn nur sehr selten als belesen, sensibel oder gar revolutionär. Ganz im Gegenteil. Er wird dargestellt, als ungehobelter, zwar talentierter, aber machtbesessener Schläger, der Frauen vergewaltigt und häufig sehr destruktiv agiert. Tupacs Aneinanderkettung von Gerichtsverfahren und dessen mediale Präsenz wurzelt sicherlich in den unliebsamen Wahrheiten, denen er in seinen Texten Gehör verschafft. Seine ersten Tracks handelten vom Trugschluss des amerikanischen Traums, von Polizeigewalt, Gangkriminalität und Waffenmissbrauch. Seine politischen Ansichten waren aufrührerisch.
Wenn es nach ihm gegangen wäre, hätte Amerika längst einen sozialen Wandel und Umbruch erlebt. Leider werden, wie so häufig in der Geschichte, polarisierenden Rebellen Steine in den Weg gelegt.
Wie 2Pac diese Hindernisse umgehen und für sich nutzen konnte, werde ich morgen besprechen.
ALLES LIEBE ~Euler, Jan~

Für 2PAc war ein THUG kein Assi. Kein Schlägertyp oder Gangster, der andere unterdrückt und auf deren Kosten lebt. Ganz im Gegenteil, für ihn steckte hinter dem  vielmehr eine tiefgründige Philosophie. Die Philosophie des Underdogs. Mittlerweile wird diese, von 2PAc ins Leben gerufene „Lehre“, weltweit an verschiedensten Universitäten diskutiert und besprochen. Würde 2Pac den entstandenen Kult beobachten können, so wären Tränen – sowohl der Freude, als auch der Trauer, seine Reaktion. Denn zum einen wurden zwar bereits ganze Bibliotheken und Studienkurse nach ihm benannt und doch kennen zum anderen 90 % der sich heute mit dem „Thug Life“ identifizierenden Jugendlichen überhaupt nicht mehr die Herkunft geschweige denn die Ziele des Begriffes.
Der Kodex, den 2Pac beispielsweise für die Ghettos Amerikas kreierte, beinhaltet Gesetze für ein Leben des Miteinanders und der Toleranz. Seine Ansicht war wie folgt:

Ein Mensch der nichts hat, aber trotzdem alles schafft, das ist nach 2Pac ein Thug. Jemand der alle Hindernisse überwindet. Nicht mit Gewalt sondern mit Cleverness. Nicht mit unfairen sondern mit fairen Mitteln.

Und solche ethischen Grundsätze ließ er in den Kodex des Thug Life mithineinfließen.
Wie ist es nun dazu gekommen, dass einige der reichsten und berüchtigsten Gangsterbosse Amerikas 2Pac zu ihrem Wortführer bestimmten? Es mochte daran liegen, dass 2Pac geliebt wie gehasst wurde; verehrt wie gefürchtet. Er war charmant und von Frauen umgarnt. Hatte aber auch den Respekt seiner Jungs auf den Straßen, wurde aber auch insgeheim beneidet. Was er nicht erntete war Gleichgültigkeit. Überall, wo er auftauchte, löste er Reaktionen aus. Und er hatte einen konkreten Plan. Er wollte die Machthabenden von ihrem Thron stürzen und eine neue Regierung einsetzen, „die jeden verdammten Bürger ernährte.“ Koste es, was es wolle. Selbst der Tod sollte für ihn kein Hindernis sein. Und so kalkulierte er seinen verfrühten Tod mit ein. Er sprach darüber, wie er sich opfern wollte, damit jemand den tödlichen Kreislauf beendet. Die ganze Welt sollte aufhorchen und zuschauen, was mit ihm passierte. Denn er fühlte die Ungerechtigkeit und die Ketten des Systems. Das alles spürten und verstanden auch die Gangsterbosse, wie zum Beispiel Marion Suge Knight, der ihn für über 1,4 Millionen Dollar aus dem Knast holte, als 2Pac wegen einer Lappalie für viereinhalb Jahre saß. 2Pac konnte solch kriminell anmutende Gestalten, denen keiner über den Weg traute, verstehen, da er im Leben viel Zeit mit ihnen verbrachte. Er erreichte sie anhand seiner Sprache und seiner Visionen und Ideen, für die es sich wahrlich lohnte aufzustehen und zu kämpfen. Denn wenn du nichts findest, für das es sich lohnt zu leben, findest du am besten etwas, wofür es sich lohnt zu sterben. Diese Lebensanschauung der Verzweiflung und Rastlosigkeit prägte 2Pac ein Leben lang. Und er wollte sich ihr widmen. Das wusste auch das FBI, welches bereits seine Eltern beschattete und verfolgte. Akten aus dem damaligen Geheimprogramm „Cointelpro“ machen das deutlich. In dieser Zeit kam es auch immer wieder zu Auseinandersetzungen und Schießereien. Für die amerikanische Regierung kam es unter keinen Umständen in Frage, dass aufstrebende, für Gerechtigkeit kämpfende autonome Gruppierungen, wie die Black Panthers, Schule machten und sich durchsetzten. 2Pac wusste das und fühlte sich immer von der Staatsgewalt verfolgt, überwacht und abgehört. Sein Tod kam nicht überraschend. 2Pac selbst kündigte ihn in seinen Liedern immer wieder an.

Nur einen Monat vor seinem Tod drehte er das Video zu „I ain’t mad at cha“, indem er erschossen wird, noch im Krankenwagen stirbt und dann im Himmel von Musikerlegenden wie Jimi Hendrix, Bob Marley, Nat King Cole, Miles Davis, Marvin Gaye oder Billie Holiday begrüßt wird. Es wurde nur 3 Tage nach seinem Tod bei MTV eingereicht.

Alles schien so perfekt ineinander zu passen. Es war gespenstisch. Und für viele seiner Fans einfach zu viel. Sie wollten und konnten nicht wahrhaben, dass 2Pac wirklich gestorben war. Immerhin hatte er bereits das erste Mal die Schusswunden (damals 2 Kopfschüsse) überlebt und sprach ständig über seine Unsterblichkeit, dass er ewig leben würde. Außerdem versprach er, dass er -komme was wolle- aufjeden Fall wiederkommen würde. Also entstand nach und nach der Mythos, er hätte seinen Tod nur vorgetäuscht, um – wie es Machiavelli, sein Pseudonym – propagierte, seine Feinde zu täuschen. Er würde jetzt irgendwo auf einer chilligen Insel leben und sich dort ein lockeres Leben machen…
Wieso diese Theorie seine Mutter Afeni so verletzte und weshalb sie dennoch nicht ganz verkehrt ist, lest weiter…

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=Pe5rtCGzI8E

Sicher ist es für keine Mutter der Welt leicht, ihren Sohn begraben zu müssen. Aber sich dann noch anhören zu müssen, er sei ja gar nicht tot, hätte seinen Tod nur vorgetäuscht und würde sich jetzt gerade ein lockeres Leben auf irgendeiner chilligen Insel machen, ist noch schwieriger.
Afeni, Tupacs Mutter, allerdings hält sich nicht mit den Gerüchten auf und beginnt 2Pacs Vermächtnis zu verwalten, was sich als besonders anspruchsvoll herausstellen sollte. Es sind einfach zuviele andere Rapper, Produzenten oder Labelbosse involviert gewesen, die alle einen Teil des Kuchens abhaben wollten. Außerdem hinterließ Tupac hunderte Tracks, mehr noch als er bereits zu Lebzeiten hatte veröffentlichen lassen.
Dennoch schafft es Afeni das Vermächtnis ihres Sohnes würdevoll zu managen und installiert parallel dazu eine Kunsthochschule und Stiftung in Tupacs Namen (TASF). Der von ihr mit-produzierte Film „Tupac Resurrection“ kommt 2003 in Kooperation mit MTV in die Kinos.
Ich kann mich erinnern, wie ich 2006 einen Brief an Afeni schrieb, um meine Dankbarkeit und Wertschätzung auszudrücken. Damals war ich mitten im Studium und ertappte mich desöfteren dabei, wie ich während der Politik, Soziologie oder Amerikanistik-Seminare gedankenversunken 2Pacs Texte niederschrieb. Sie gingen mir einfach nicht mehr aus dem Kopf. Und so war ich stundenlang damit beschäftigt zu schreiben, zu schreiben und nochmals zu schreiben. Ganze Blöcke wurden so gefüllt, denn die Bandbreite war immens. Heute entdecke ich manchmal noch Ordner mit unsortierten Zetteln, die 2Pacs Botschaft und seinen Geist transportieren. Seine Stimme hallt mir durch mein Gewissen, ich fühle die MEssage und ich beginne zu verstehen, dass es tatsächlich ein Leben nach dem Tod gibt. Absolut!

Ein menschlicher Körper mag zwar vergehen, aber niemals die Seele und die Ideen, die in ihm lebten.

Nicht das wir uns falsch verstehen, man kann keine Botschaft besitzen oder Ideale für sich eigen nennen, genau wie das Wasser und die Luft zum Atmen, sind Gedanken im Optimalfall auch für alle zugängig oder abrufbar. Leider läuft das heutzutage nunmal anders. Und Menschen werden, wie zu Tupacs Zeiten und in zahllosen Generationen davor, ausgeschlossen, ausgebeutet benutzt und hintergangen. Genau deswegen ist es für mich auch so wichtig die Botschaft weiterzuleiten. 2Pac wusste über all das bereits bescheid und so konnte er ohne weiteres prophezeien, dass er „zurückkehren“ würde, – wie Jesus, um sich an seinen Feinden zu rächen. Und genau das passiert gerade. 2PAc lebt! Durch mich, durch dich – der du das gerade liest – und durch all die Millionen Fans weltweit. Insofern, ja! – er hatte seine Feinde getäuscht. Und er wird seine Ziele auch erreichen, für eine gerechtere Welt einzustehen, für sie zu leben und wenn es notwendig ist, auch für sie zu sterben. Das ist es worum es im Rap geht: Zu repräsentieren. 2Pac präsentierte uns mit seinem Weg den Masterplan. Er zeigte uns, nicht nur, wie man es zum Multi-Millionär schafft, sondern lieferte auch das notwendige Hintergrundwissen, die Ursachen einer fehlgeleiteten Zivilisation zu verstehen.
Betrachte ich die Ausmaße, die diese fehlgelenkte und kannibalistische Weltordnung bis heute angenommen hat, so wird mir schlagartig klar, dass nur eine „bewusst durchdachte Revolution“ die Lösung unserer Krise sein kann. Mit anderen Worten eine Revolution des Bewusstseins, der Wahrnehmung und des Denkens. Und genau diese Erkenntnis ist auch die Kernaussage meines ersten Tracks, „die Würde des Menschen“ welcher in naher Zukunft für die Öffentlichkeit preisgegeben wird. Vor allem freue ich mich, Euch – meinen Freunden und Bekannten – diese Lieder als allererstes präsentieren zu dürfen. Es wird womöglich keine riesengroße Resonanz zu erwarten sein, aber dennoch bin ich stolz über jeden einzelnen Leser bzw. Zuhörer.

2Pacs Status mit dem einer Legende, einer kulturellen Ikone oder gar der eines Prophetens zu beschreiben

2Pacs Status mit dem einer Legende, einer kulturellen Ikone oder gar der eines Prophetens zu beschreiben(wie es KRS-One tat), mag für viele unverständlich oder zumindest überraschend kommen. Jede Generation findet aber ihre eigenen Helden, ihre eigenen Ikonen – also Personen, die einen dazu inspirieren, eine Version ihrer selbst zu spielen. Ob es ein Elvis, ein James Dean oder eben ein Tupac wird, hängt maßgeblich davon ab, in welcher Umgebung jemand aufwächst und mit welchen Rollenbildern man konfrontiert wird. Sie erreichen vor allem Menschen aus „unterpriviligierten“ Schichten. Habenichtse, wie er sie nannte. Ich kann mich an einen Film von jungen Journalisten aus Nairobi, Kenia – einem der ärmsten Länder – erinnern. Sie wurden ebenso von Tupac berührt, wie Demonstranten aus den Niederlanden, Südafrika oder Australien. Nun war nicht alles, was 2Pac in seinem Leben tat oder sagte immer erstrebenswert. Ganz und gar nicht. Genau wie jeder andere Mensch auch machte er Fehler. Trotzdem sehe ich die Gefahr, dass wir uns an einem Zeitpunkt in der Geschichte befinden, in der wir erneut Fehler begehen, aus denen wir hätten längst lernen sollen oder können. Das ist mitunter auch ein Grund, warum ich dies alles hier niederschreibe, damit unser Bewusstsein wachsam bleibt und wir uns nicht wieder in der Situation wiederfinden.

Die Gefahr eines Bürgerkrieges steigt hier in Europa.

Und jeder der das nicht sieht, verschließt die Augen vor dem Konfliktpotential, das unsere Jugend bereits mit sich trägt. Das Vertrauen in unsere ReGierung sinkt. Wut und Hass nehmen ständig zu und die Machthaber suchen immer weiter nach Mitteln, die Menschen dumm und untätig bleiben zu lassen. Unser System basiert auf Konsum und Konsumenten wird es nur geben, wenn ein großer Prozentsatz blindlings den Medienmanipulationen folgt. Wir brauchen Idioten, die das Gammelfleisch fressen! Die Spirale, in der wir uns bereits befinden lässt sich nicht über die Wahlurne auflösen. Alle paar Jahre eine Partei zu wählen, die das Übel schon irgendwie in den Griff bekommen soll ist absurd. Nein, wir müssen uns jeden Tag entscheiden. Denn der wahre Stimmzettel unserer Wahl sind unsere Einkaufsbons. Was wir verzehren, wovon wir leben, das sind die wirklich tatkräftigen Aussagen.  

Die Macht die wir in unseren Händen halten. Und ich frage mich, ob wir wirklich so dumm sein wollen und weiterhin die Zusammenhänge nicht raffen oder ob wir uns schlau machen wollen, uns erkunden, was da draußen in der Welt in Wahrheit von statten geht? Werden wir weiterhin den Lügen unserer Politiker glauben schenken, oder endlich Konsequenzen aus der Geschichte ziehen, um dem kannibalistischen System den Rücken drehen, um ein neues zu errichten? Nicht unbedingt ein System, dass das jetzige bekämpft, sondern eher eines, das unser derzeitiges überflüssig und obsolet macht. Ich glaube die Zeit dafür ist jetzt reif, denn es wird nicht mehr lange dauern und wir werden uns plötzlich wieder neuen und verheerenden Kriegen und Auseinandersetzungen gegenüberstehen. Und dann werden alle plötzlich hektisch und panisch die Anweisungen unserer angeblich alternativloser Politiker folge leisten. Die werden natürlich alle Lösungen bereits zur Hand haben, so dass wir uns gemütlich vor den Fernseher in unserem sicheren Wohnzimmer setzen können, um die Schreckensbilder in den Nachrichten zu verfolgen. Entsetzt darüber, wie es hatte soweit kommen können. Keinen blassen Schimmer… Wieso wir Menschen uns nur immer so verführen lassen!? Traurig aber wahr, dass viele sich lieber für blöd verkaufen lassen wollen, als Konsequenzen aus der immer zumutbaren Wahrheit zu ziehen.
2Pac würde, wenn er heute lebte, seine Stimme erheben! Auf ein neues – ~Euler, Jan~

„Ich glaube, dass immer wenn wir etwas Schlechtes tun, es zu uns zurückkehrt. Also werde ich für all das, was ich Schlechtes getan habe, leiden. Aber mein Herz sagt mir, dass ich das Richtige tue. Also fühle ich, dass ich in den Himmel komme!“
(Tupac Amaru Shakur, 16. Juni 1971 – 13. September 1996) R.I.P.

>Dear momma don’t cry, your baby boy’s doin good
Tell the homies I’m in heaven and they ain’t got hoods<<

Für 2Pac war sein Tod eine Erlösung.

Es war wie eine selbsterfüllende Prophezeiung und er legte alle Karten offen nieder. Trotzdem waren viele überrascht, was für ein gutes Blatt er wirklich spielte. Denn er genoss zwar das Rampenlicht, liebte es aber auch unterschätzt zu werden. So konnte er seine Angriffsstrategie in einem Moment der Unachtsamkeit nutzen.
Seine wahren Feinde waren nie die großen Egos und Assos, die er auf den Straßen und Partys kennenlernte. Er war selbst einer von ihnen und fühlte sich in ihrer Gegenwart am wohlsten. Er wusste, dass die ganze Gangkriminalität und die Bandenkriege in ihrer Destruktivität von oben gewollt und instruiert war und konnte seinen Jungs vergeben. Auch wenn 2Pac den „Möchtegern-Gangstern“ und ignoranten, skrupellosen Bossen Empathie entgegenbrachte, wurde er selbst nicht immer verstanden. Er sprach von Revolution, Solidarität, Zusammenhalt und Widerstand. Für ihn waren materielle Güter ein gern gesehener Luxus, aber nicht das Ziel. Er wollte immer die Armen aus ihrer Knechtschaft befreien, aufklären und helfen, „wie ein Engel für Gott“.
Vielen von seinen ehemaligen Freunden war 2Pac mit seiner provokativen Art ein Dorn im Auge und so war es für sie kein Problem ihn fallen zu lassen. „Scheiß auf ihn!“, dachten sie sich und machten sich eine gute Zeit mit Champagner und schönen Frauen. Ihre Loyalität war eingeschränkt, weil sie wussten 2Pac würde niemals ruhen, bevor nicht alle politische Macht aus den Händen der Kleptokraten verschwunden war. 2Pac war für alle eine Herausforderung und er sah sich rivalisierenden Gruppen von geldgierigen, machtbesessenen und korrupten Kräften gegenüber. Sein einziger Ausweg war es, allen zu beweisen, wie ernst er es wirklich meinte, um bis zu seinem Tod ein Mahner der Gerechtigkeit, des Friedens und der guten Sache zu bleiben. Er opferte sich, weil er sich verantwortlich fühlte, mit all dem Wissen, das er besaß die Menschen aufzurütteln. „Wo ist der Unterschied?! Jeden Tag sterben junge Menschen einen tragischen, verfrühten und grausamen Tod! Warum Tupac?“
Nun, weil er in der Öffentlichkeit stand! Und er es schaffte viele verschiedene Emotionen zu verbalisieren. Er konnte weltweit große Gruppen von Jugendlichen und Erwachsenen erreichen, weil er das wollte. Jeder kann das! Wo ein Wille ist, da ist auch irgendwo ein Weg. Die Frage ist nur, welche Motivation steht dahinter.
2Pac wusste, dass er seinem Herzen folgen müsste. Seine ganze Sozialisation, die Erziehung und die Umwelt, in die er hineingeboren wurde, waren der Ursprung für seine Rastlosigkeit. Er wurde als Kämpfer geboren und starb im Kampf. Seine Mutter beschreibt in „Tupac: Legacy“, wie sie vor seiner Geburt immer schon darum fürchtete, dass sie es nicht schaffen würde, ihn am Leben zu halten. Sie konnte ihn kaum richtig ernähren und sie empfand seine Geburt als ein Zeichen Gottes. Für sie war er ein Schicksalskind. „A prodigy“ – ein Wunderkind.
Nur 25 Jahre später spitzten sich die Ereignisse mit dem Tod ihres Sohnes zu. Der wahre Verlust aber, wie es 2Pac ausdrückte, der selbst viele seiner Freunde zu Grabe trug, liegt eigentlich gar nicht im Todesfall an sich, sondern in dem, was bereits zu Lebzeiten starb. „Wir betrachten den Tod viel zu häufig von einer egoistischen Perspektive. Nach dem Motto: ‘Ohhje, jetzt ist er gestorben und nicht mehr da (für uns).’ Was ist so schlimm daran? Ich meine, im schlimmsten Fall ist er jetzt irgendwo im Nichts, alles ruhig, einfach nichts mehr da. Aber im besten Fall, ist er irgendwo als Engel oder Seele. Was ist so schlimm daran??!“ (Tupac: Resurrection, 2003)

In Gedenken an: Tupac Amaru Shakur ✞ Rest in Peace (September 13, 1996)
One Love, ~Euler, Jan~

 

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