Weder Schlaraffenland noch Geldsegen! BGE als Grundsicherung.

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In vielen Jahren Berichterstattung über das Bedingungslose Grundeinkommen (#bGE) hat mich stark gestört und verärgert, dass oft die Begriffe Schlaraffenland und Geldsegen verwendet wurden. Ich gehe soweit, dies als gezielte Des-Information zu bezeichnen.

Warum? Das BGE soll die Existenz sichern und zu sozialer Teilhabe befähigen. Konkret heißt das, jeder Mensch soll warm wohnen und satt zu essen haben. Darüber hinaus gehören auch Kino- oder Schwimmbad-Besuche (etc.) zur gesellschaftlichen Grundsicherung, welche ohne Forderungen einer Gegenleistung gewährt werden.

Gerne lasse ich hier den Begriff Wohlstand im Raum. Denn dieses noch fiktive Szenario darf durchaus als „Wohlstand für Alle“ bezeichnet werden. Jeder wäre im Stande, sich wohl zu fühlen. Ob das jetzt aber schon dem Schlaraffenland gleicht oder dem entspricht, was sich viele unter einem Geldsegen vorstellen, wage ich zu bezweifeln. Offenbar verwechseln hier viele Wohlstand mit Reichtum.

Das BGE ist doch kein Lottogewinn. Ohnehin sollte sich jeder BGE-Gegner einmal die Frage stellen, ob es nicht viel absurder ist, über eine Lotterie nur einem oder wenigen Menschen völlig abstrakt hohe Geldsummen auf einmal auszuschütten. Aber das ist hier jetzt nicht das Thema. Faktisch erklärt sich das „bGe“ doch bereits als GRUND-einkommen. Wer denkt, damit ins innerstädtische Penthouse umziehen und ab sofort nur noch bei Porsche, Ferrari und Jaguar seine Automobile kaufen zu können, liegt falsch.
Und genau deshalb kritisiere ich die fehlerhafte Berichterstattung einiger Medien.

Auch gerne genutzt wird der Satz: „Geld fürs Nichts-Tun!“ Was genau ist damit eigentlich gemeint bzw. welcher Mensch tut denn tatsächlich Nichts? Vielleicht „Gamer“, die den ganzen Tag dann nur noch zocken würden? Oder feier-wütige Jugendliche, die dann 4 Mal pro Woche „Party machen“? Das eine würde PC-, Konsolen- und Spiele-Hersteller gleichermaßen freuen und das andere Kneipen-, Discotheken- und Club-Besitzer unterstützen. Also Konsum passiert ja trotzdem oder gerade wegen des BGE.
Ebenso würden Reise-Freunde und Menschen, die schon lange keinen Urlaub mehr machen konnten die Tourismus-Branche füttern.
JA ABER, wenn das jetzt alle machen, dann bricht das System zusammen. Wer erwirtschaftet denn dann noch das BGE?
Keine Sorge, jeder Mensch ist individuell. Jeder hat andere Ziele und Vorlieben. Niemals würden alle zur gleichen Zeit „dasselbe machen“. Und niemand davon würde sein Leben lang ausschließlich das absolut gleiche tun. Frag Dich doch Mal selbst: 4 Monate lang zu Hause auf der Couch sitzen, TV glotzen, Chips Essen und Bier trinken. Geiles Leben oder stupides Gefängnis? 
Eine gewisse Zeit lang ist Faulenzen etc. verlockend und auch legitim! Aber die wenigsten werden das als ihren Lebensinhalt definieren.

Nachfolgende, bereits ältere Diskussion über Gegenargumente zum BGE möchte ich Euch noch mit auf den Weg geben und sehr empfehlen:

Und nicht vergessen: Am 24.09.2017 ist das Bündnis Grundeinkommen bei der Bundestagswahl deutschlandweit mit der Zweit-Stimme wählbar!

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