Unterernährt in staatlicher Obhut: Wenn der Staat weniger leistet, als er von Eltern fordert

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Ich habe ja – wie ihr wisst – zwölf Jahre als Anwalt gearbeitet, davon nicht wenig Zeit im Familienrecht. Die Inobhutnahmezahlen steigen in Deutschland immer stärker an, ein Ende nach Oben ist nicht in Sicht – und gleichzeitig schafft es der Staat nicht, das zu Leisten was er von Eltern fordert.

Ich durfte am Amtsgericht Mönchengladbach-Rheydt einen Fall betreuen, bei dem ein Kind erst wegen angeblicher Mangelernährung aus der Familie genommen wurde und dann in Staatlicher Obhut tatsächlich schlecht ernährt wurde. Es ging bis an die Grenzen der Unterernährung und Magersucht – alles durch Blutwerte und Gewichtsmessungen dokumentiert. Dass der Staat hier versagt hat, steht außer Frage. Dass er moralisch aber kaum von Eltern fordern kann, was er selbst zu leisten nicht im Stande ist, ist offenkundig. Dass hier nur durch das beherzte Eingreifen einer Mutter schlimmeres verhindert wurde, während der Staat wegsah und das Gericht das Kind nach Weglaufen wieder der Polizei übergeben wollte, verdeutlicht nur dass aktive Kindswohlgefährdung IM staatlichen System besteht.

Der Staat versagt. Sowohl Jugendamt als auch Gerichte sind nicht in der Lage, das Kindswohl zu garantieren. Und gleichzeitig zerstört man hierbei Familien.

Die etablierte Presse interessiert sich hier nicht, weil Inobhutnahmen alltäglich seien. Wir bei der Blauen Hand sind hier aber durchaus gewillt, auch diese alltäglichen Wahrheiten zu berichten. Ein Unrecht ist ein Einzelfall. Hunderte Unrechtsfälle sind Systemfehler. Darauf gilt es hinzuweisen.

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